Naturfreunde holen Jubiläum nach

Rückblick auf 100 Jahre in Kleinsteinbach bei der Sonnwendfeier

 

Pfinztal-Kleinsteinbach.

Eigentlich hatten die Naturfreunde (NF) Kleinsteinbach ihr 100-jähriges Bestehen voriges Jahr feiern wollen.

Die Corona-Pandemie machte einen Strich durch die Planungen. So nutzte der Verein jetzt seine

Sonnwendfeier zum nachträglichen Jubiläumsfest, bei dem auch das 40-jährige Bestehen des NF-Hauses

,,Manfred-Schönhardt-Haus" gefeiert wurde.

Vorsitzender Horst Eberle gab den zahlreichen Besuchern einen Einblick in die internationale Naturfreunde-

Bewegung und die Entwicklung der Ortsgruppe. Die NF-Bewegung nahm 1895 in Wien ihren Anfang.

1905 wurde in München die erste Gruppe in Deutschland gegründet. Hintergrund waren die harten Lebensumstände für Arbeiter, kleine Angestellten und ihre Familien, für die Freizeit und Urlaub ein

Fremdwort waren. Es entstand der noch heute geltende Ruf ,,Bergfrei". Hintergrund war, dass zur damaligen

Zeit Adel und reiches Bürgertum das Jagdrecht hatten und der gemeine Bürger in Wald und Flur sowie auf

den Bergen keinen Zugang hatte. ,,Bergfrei" bedeutete: Der Weg war jetzt frei.

1921 fanden sich in Kleinsteinbach die ersten Naturfreunde zusammen und gründeten eine Ortsgruppe

mit Emil Farr an der Spitze. 1933 wurden die Naturfreunde als linke, freiheitlich denkende Organisation

verboten und vom nationalsozialistischen Regime verfolgt. Am 10. November 1945 fand die Neugründung

der Kleinsteinbacher Ortsgruppe statt. Anfang der 1950er Jahre reifte bereits der Wunsch nach einem

eigenen Vereinsheim. Ein erster Standortversuch am Schlösslesbuckel wurde wegen Natur- und Landschaftsschutz vom Landratsamt untersagt.

1955 wurde ein Grundstück ,,Am Welschen Berg" erworben, auf dem aber die Naturschutzbehörde keinen

Bau zuließ. So mußten die Naturfreunde weiter für ihre Vereinstreffen verschiedene örtliche Lokalitäten

nutzen. Dabei platzte der Verein durch seine starken Fachgruppen fast aus den Nähten. Unter der Regie            des Vorsitzenden Manfred Schönhardt gelang es dann, 1979/80 nach zähen Verhandlungen einen Hausbau durchzusetzen. Am 11. April 1980 fand der erste Spatenstich statt. Innerhalb von 24 Monaten errichteten

die Naturfreunde mit viel Eigenarbeit ihr Haus, das sie bis 1997 in eigener Regie bewirtschafteten und

dann einem Pächter übergaben. Im Gedenken an den über 30 Jahre amtierenden Vorsitzenden

Manfred Schönhardt erhielt das Vereinsheim 2004 dessen Namen.

Das Vereinsleben ist weiterhin rege. Es gibt Möglichkeiten zur Teilnahme bei Gymnastik-, Gitarren-, Freizeit-

und Wandergruppen, am Seniorenwandern und bei Fachvorträgen. Besonders aktiv ist die Kindergruppe

,,Die Umweltdetektive", die bei fachgerechter Anleitung auf 36 Teilnehmer angewachsen ist.

Die Vorsitzende der örtlichen Vereinsvorstände, Christina Brenk, gratulierte und wünschte alles Gute für

die Zukunft. Viel Kraft und Durchhaltevermögen stand auch auf der Wunschliste von Ortsvorsteherin

Barbara Schaier. Als ,,bekennender Fan" der Naturfreunde outete sich Bürgermeisterin Nicola Bodner

(parteilos). Die drei NF-Häuser in Pfinztal wertete sie als wichtige Einrichtungen für die Gemeinde.

Ursula Georg überbrachte die Glückwünsche des Landesverbands der Naturfreunde. Sie bezeichnete das

Vereinsheim als besonderes Haus im Bezirk Mittelbaden und überreichte eine neue NF-Fahne.

Die Feuerrede trug der Vorsitzende der Naturfreunde Berghausen, Frank Raupp, vor. In seinem Vortrag

hob er die besondere Stellung der Naturfreunde in der Gesellschaft hervor. Abgesichert durch einen

Einsatztrupp der Feuerwehr wurde das Sonnwendfeuer im Wiesenbereich von Kindern der

,,Umweltdetektive" entzündet.

Für Unterhaltung während der Veranstaltung sorgte die Pfinztaler Kultband ,,Sonny Boys" mit einem ihrer

letzten Auftritte.

 

                                                                                                                                                        Bericht: Karl-Heinz Wenz

 

 

Sonnwendfeier 2022

100 Jahre                                                           1921 - 2021                        40 Jahre

NaturFreunde Kleinsteinbach                                                                 NaturFreundehaus

 

 

 

 

Die Sonny Boys eröffneten mit schwungvollen Liedern das Programm und luden auch die zahlreichen Gäste zum Tanzen ein.

 

Grußworte und Geschenke wurden überbracht von:

Frau Christina Brenk              Frau Barbara Schaier        Frau Ursula Georg                                                     Frau Bürgermeisterin

Vorsitzende der                       Ortsvorsteherin                 Mitglied im Landesverband Baden                        Nicola Bodner

örtlichen Vereinsvorstände

Niklas Dickemann         Frank Hörter            Elke Fleig

 

Es sind auch erfreulicherweise viele Familien mit ihren Kindern zur Sonnwendfeier gekommen.

Diese Kinder spielten "Galgenkegeln" mit Unterstützung von Lukas Noto und Kurt Schönhardt.

 

Auch die Erwachsenen bildeten Kegel-Gruppen und spielten um den ersten Platz.

Den 1. Platz erreichte die Gruppe vom Förderverein der Grundschule Kleinsteinbach.

Den 2. Platz belegten die Gruppen Inge Wenz und die NaturFreunde Söllingen.

Auf den 3. Platz kam Klaus Sieben mit den alten Kameraden.

 

 

 

Frank Raupp, Vorsitzender der Naturfreunde Berghausen,

trug die Feuerrede vor.

Bei Anbruch der Dunkelheit zündeten die Kinder mit ihren Fackeln das Sonnwendfeuer an.

 

 

Nach den Aufräumarbeiten wurde die neue Fahne

ausgepackt, die den NF von Ursula Georg

überreicht wurde.